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April 2017. Augenarzt, während er die Befunde in den Computer eingibt: „Links haben Sie eine Makuladegeneration. Sie werden ja gemerkt haben, dass Sie in der Mitte nur einen grauen Fleck sehen.“

Mein Freund fragt fassungslos: „Und da kann man nichts machen?“ Nein, man kann nichts machen. Kaputt ist kaputt. Irreparabel. Take it or leave it. (Aber wohin?)

Irgendwie behindert

Bisher hatte ich noch “nichts“. Verrückt. Extrem hohe Kurzsichtigkeit, Staroperationen mit Anfang 30, gefährliche Komplikationen nach Laser OP: All dies hat irgendetwas in mir unter „nichts“ abgespeichert. Unter „noch nicht behindert“. Ok, nun noch eine Makuladegeneration. (Was ist das eigentlich genau? Später mal googeln)

Meine Mutter kommt an diesem Tag – zufällig, lang geplanter Besuch. „Hallo“, sage ich, „nicht so gute Nachrichten gehabt.“ Kurz weinen, noch ein kurzes Gespräch bei Kaffee und Keksen und weiter in der Wochenendplanung. Nijmegen besichtigen.

Verdrängung

Vollständige Verdrängung. Das kann ich gut. Die Traurigkeit sucht sich andere Wege, fühlt sich an, wie eine graue Schicht, die sich über mein Leben legt,  über meine Gefühle legt. Es ist so viel einfacher über den Arzt und seine fehlende Empathie wütend zu sein als die eigene Traurigkeit wahrzunehmen.

Ich habe eine Sehschwäche? Aber nein. Es geht doch. Es MUSS gehen. Die Gesellschaft findet, dass ich nicht behindert bin. Ich definiere mich auch nicht so. Also, kein Problem, oder?

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