Ja, ich bin eine Heldin!

Weil ich mein Leben lebe. Weil ich nicht aufgebe. Weil ich mich meinen Ängsten stelle. Weil ich immer wieder Lösungen finde. Weil ich mich endlich traue, sichtbar zu sein. 

Ich war immer schon hochgradig kurzsichtig. (Wenn du mehr wissen willst, unten findest du mehr über mich und meine Augen) Die längste Zeit meines Lebens habe ich ignoriert, dass meine Augen anders sind. Mit allen Vor- und Nachteilen davon. Japanologie studiere ich in Vor-Internet-Zeiten. Stunden entziffere ich bei schlechter Beleuchtung Schriftzeichen. Ein Jahr wohne ich in London, vier Jahre in Japan. Danach arbeite ich 18 Jahre als Trainerin und Moderatorin im internationalen Geschäft. Meine Augen sind immer dabei – beklagt, aber so gut möglich ignoriert. 

Erst vor Kurzem wird mir klar: Ich habe Unglaubliches geleistet. (Diese Anerkennung war ein langer Weg, aber dies ist eine andere Geschichte, die durchaus mit hoher Myopie zusammenhängt) 

 Wenn dich meine berufliche Vergangenheit interessiert: Oben kannst du dich zu LinkedIn klicken.

Dies war einmal. Im letzten Jahr ist es überdeutlich: Meine Augen und dieses Berufsleben passen nicht mehr zusammen. Ihr könnt euch sicher vorstellen: Ein großer Abschied nach so vielen Jahren.  

Zu einer hochgradigen Kurzsichtigkeit von -23 Dioptrien und Staroperationen mit 33 muss noch eine Makuladegeneration auf meinem linken Auge hinzukommen, um mich wachzurütteln: Jetzt ist Schluss! Jetzt setze ich mich endlich wirklich mit meinen Augen auseinander. Dies ist ein Prozess, den ich jetzt aktiv verfolge und der nie enden wird.  Notwendige Begleiter: LebensMut, Offenheit und ein starker Wille.

Dadurch übernehme ich nun bewusst Verantwortung für mein Leben. Ich fühle mich stark – auch, wenn ich mal traurig bin. Und was das Schönste ist: Mein reiches Wissen aus all den Jahren und den unzähligen Ausbildungen kommt mit der SEHHELDIN zum Einsatz.  

Und noch so?
Seit November 2016 wohne ich nicht mehr in meinem immer geliebten Hamburg, sondern in Nimwegen (Niederlande). Der Liebe wegen. Ein kompletter Neustart. Neues Leben, neues Land, neues Gesundheitssystem. Ich verbinde Welten und richte mich im Leben zwischen den Kulturen ein. Immer einfach? Nein. Gut? Ja! 

 Meine Augengeschichte in Kürze

1965 geboren. Mit 2 Jahren hatte ich meine erste Brille. Dann geht es steil bergauf bis – 23 dpt. Weiche Linsen vertrage ich nicht mehr, harte sind so dick, dass ich sie maximal 4 Stunden tragen kann. Brillen sehen nur ohne Gläser chic aus. 1998 empfehlen mir zwei Augenärzte eine PRK Excimer Laseroperation, völlig unpassend bei einer so hohen Dioptriezahl. Ein Jahr Komplikationen folgen. Kurz darauf stellt ein Augenarzt beginnenden Grauen Star (Katarakt) fest. Im Juli 1999, mit 34, erfolgt dann zunächst rechts eine Staroperation. Aufgrund der komplexen Ausgangslage findet diese Operation stationär im Krankenhaus statt, in München, nicht in Hamburg, wo ich wohne. Die Kunstlinse muss im Krankenhaus noch ein weiteres Mal ausgetauscht werden, da die Stärke durch die veränderte Hornhaut nicht eindeutig berechenbar ist. Im November des gleichen Jahres wiederholt sich das Gleiche am anderen Auge. 
Dann lange relative Stabilität. Im April 2016 stellt ein Arzt offiziell fest, was ich schon länger vermute: Aufgrund der extremen Kurzsichtigkeit habe ich links Makuladegeneration, d.h. das zentrale Sehfeld is grau. Seit einiger Zeit sehe ich auch rechts sehr viel schlechter, durch große Gesichtsfeldausfälle im oberen Teil und einen streifenförmigen Ausfall mitten im Auge. Myopische Atrofie: Durch die extreme Kurzsichtigkeit wird die Netzhaut immer dünner und an diesen Stellen so dünn, dass Sehen nicht mehr möglich ist. (Das wird übrigens nicht gemessen. Ich habe rechts immer noch 90% Sehfähigkeit offiziell). Die Zukunft ist ungewiss.

Liebe Mit-Sehheld*innen, auf bald. Anne

  

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